Der Ursprung von Black Sea Rod Oil

Black Sea Rod Oil ist ein Extrakt aus der Black Sea Rod, einer Weichkoralle, die bei uns Schwarzmeerrute, Schwarze Meeresrute oder karibische Meerespeitsche genannt wird. Die Nesseltierchen mit botanischem Namen Plexaura homomalla besiedeln die gesamte Karibik von den Florida Keys bis zur Nordküste Venezuelas.

Die Hornkoralle siedelt sich laut Weltatlas der Korallen-Riffe auch dort an, wo die Biodiversität der Steinkorallen, Schwämme und Fächerkorallen ansonsten durch Meeresverschmutzung drastisch zurückgegangen ist. Sie lässt sich laut Meerwasser-Lexikon für Aquarianer in Meerwasser-Aquarien sogar recht leicht züchten. Es wird jedoch darauf hingewiesen, schon als Elternpflanze eine der im Handel verfügbaren Nachzuchten einzusetzen, um die natürlichen Bestände zu schützen: https://www.meerwasser-lexikon.de/tiere/3366_Plexaura_homomalla.htm.

Denn die Schwarzmeerrute ist die bisher einzige bekannte Koralle, die „Black Sea Rod Oil“ als chemischen Abwehrstoff zur Abschreckung von Raubfischen produziert (https://www.int-res.com/articles/meps/19/m019p181.pdf). Diese Substanz ist in ihrem Gewebe aus noch nicht genau erforschten Gründen millionenfach häufiger präsent als im Gewebe der meisten anderen (dahingehend untersuchter) Tiere.

„Oil“ (Öl) heißt dieser Extrakt, weil es darum geht, ein ganz bestimmtes bioaktives Lipid namens Prostaglandin zu isolieren, dass die Koralle zu etwa 2 bis 3 % enthält. Lipide sind nach dem griechischen „lipos“ (Fett) benannt; deshalb werden umgangssprachlich gerne alle Lipide „Fett“ genannt (obwohl die Fette oder Triglyceride nur eine Untergruppe der Lipide sind); so kam die physiologisch aktive Substanz zu ihrem harmlos anmutenden Namen (Black Sea Rod Oil) Öl.

Black Sea Rod Oil kann natürlich gewonnen werden und wird auch natürlich gewonnen. Folgender Artikel vom 04.01.2016: https://www.cosmeticsdesign.com/Article/2016/01/04/Maxey-Cosmetics-signs-coral-harvesting-agreement-with-Cayman-Islands berichtet über ein 5 Jahre laufendes Korallenernteabkommen zwischen dem Unternehmen Maxey Cosmetics und den Kaimaninseln. Maxey nutze seine lange Geschichte der Zusammenarbeit mit den Caymans, um einen seiner charakteristischsten Inhaltsstoffe Black Sea Rod Oil in Gewässern zu gewinnen, in denen das Mitnehmen von Korallen allgemein verboten ist. Maxey darf spezielle Etiketten verwenden, die die autorisierte Korallenbeschaffung hervorheben (Bezeichnung: „Zutaten, die in Zusammenarbeit mit der Regierung der Insel Cayman geerntet wurden.“).

Maxey Cosmetics, die in Vertriebspartnerschaft mit Sapphire North America vor allem Rohstoffe, Chemikalien und Testkits verkauft, produziert und verkauft auch eine kleine Auswahl an Fertigprodukten, nämlich Wimpernprodukte und Hautaufheller. Maxey darf die Labels auf seinen Produkten verwenden, um die nachhaltige Verwendung von Black Sea Rod Oil nachzuweisen, das in den Gewässern der Kaimaninseln unter strengen Bedingungen gesammelt wurde, die vom Umweltministerium festgelegt und überwacht werden, erklärte die Regierung der Kaimaninseln gegenüber der Presse.

Black Sea Rod Oil kann aber auch künstlich hergestellt werden, was laut https://en.wikipedia.org/wiki/Plexaura_homomalla seit den 1970er Jahren auch geschieht, in diesem Artikel von 1974: https://scholarlyrepository.miami.edu/cgi/viewcontent.cgi?referer=&httpsredir=1&referer=https://scholar.google.com&httpsredir=1&article=1003&context=trop_ocean wird die Synthese des Stoffes mehrfach erwähnt. In welchem Umfang das tatsächlich geschieht, kann jedoch nur ein Insider aus der chemischen Industrie beantworten.

Der Wirkstoff in Black Sea Rod Oil

Wie der natürliche Einsatz als „Kampfstoff“ schon vermuten lässt, ist Prostaglandin allerdings tatsächlich keine harmlose Substanz, sondern ein Gewebshormon mit umfassender bioaktiver Wirkung.

Gewebshormone sind Hormone, die in spezialisierten einzelnen Zellen in Geweben entstehen, im Gegensatz zu den „klassischen“ und besser bekannten glandulären Hormonen, die in Drüsen wie der Schilddrüse gebildet werden. Zu den menschlichen Gewebshormonen zählen zum Beispiel Histamin und Serotonin, die entweder als Gewebshormon oder als Neurotransmitter reagieren. Histamin spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen und ist an der Immunabwehr körperfremder Stoffe beteiligt; Serotonin reguliert z. B. den Tonus (die Spannung) der Blutgefäße, ist an der Magen-Darm-Tätigkeit und der Signalübertragung im Zentralnervensystem beteiligt.

Die Prostaglandine sind eine Untergruppe der Eikosanoide, C-20-Fettsäurederivate, die an fast allen intrazellulären Signalwegen als lokal wirksame sekundäre Botenstoffe beteiligt sind. Die körpereigenen Prostaglandine entstehen aus den Fettsäuren, die der menschliche Fettstoffwechsel bei der Zerlegung von Nahrungsfetten bildet. Damit unterliegt die Prostaglandin-Produktion auch einer körpereigenen Regulation, Hormone und Gewebshormone werden vom gesunden Menschen genau so viel produziert, wie der Körper gerade braucht.

Extern werden Prostaglandin und Prostaglandin-Analoga (chemisch ähnliche Verbindungen) seit einiger Zeit in der Medizin eingesetzt:

  • In der Augenheilkunde als Wirkstoff in Augentropfen zur Therapie von Glaukomen (Grüner Star)
  • In der Angiologie (Gefäßmedizin) zur Verbesserung der Durchblutung gegen problematische arterielle Gefäßverschlüsse und Gefäßverengungen
  • In der Urologie zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion
  • In der Gastroenterologie zur Vorbeugung von Magenschleimhautschäden bei Patienten, die länger NSAP nehmen müssen (auch NSAR genannt, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtsteroidales_Antirheumatikum)
  • In der Pränatalmedizin, um durch Auslösung von Wehen Geburten einzuleiten oder bei Schwangerschaftsabbrüchen unterstützend zu wirken

Aus einem der in der Augenheilkunde eingesetzten Wirkstoffe wurde das erste Wimpernserum entwickelt. Das Medikament Lumigan mit dem Wirkstoff Bimatoprost wurde vor gut einem Jahrzehnt zur Behandlung des Grünen Stars entwickelt. Neben der beabsichtigten Senkung des Augeninnendrucks zeigten sich wie meist bei Medikamenten auch eine Reihe von Nebenwirkungen, darunter auch eine eher erfreuliche Nebenwirkung: Bei vielen der Patienten sprossen die Wimpern wie nie zuvor, wurden länger und voller.

Black Sea Rod Oil gehört zu den vielen Stoffen, die hierzulande Bimatoprost ersetzen sollen; dahinter steht eine ziemlich komplizierte Geschichte:

So kam Black Sea Rod Oil ins Wimpernserum

Das hinter Bimatoprost stehende Pharma-Unternehmen Allergan konnte in den USA die Zulassung zur Behandlung von Wimpern-Hypotrichose (Wimpern-Wachstumsstörungen) erwirken. Allergan hat bereits Erfahrung mit der Zulassung von Medikamenten im kosmetischen Bereich, das Unternehmen hat bereits mit Botox den „Anti-Falten-Markt“ erobert. Seitdem sorgt dort Latisse(R) für verstärktes Wachstum, Dicke und Pigmentierung von Wimpern, wenn ein entsprechendes ärztliches Rezept vorgelegt werden kann.

In Deutschland wurde Latisse(R) nicht als Medikament zugelassen, als Ersatz wurden zahlreiche weitere synthetisch hergestellte Varianten des Gewebshormons Prostaglandin entwickelt und im vereinfachten Zulassungsverfahren als kosmetischer Inhaltsstoff angemeldet.

Bei der Zulassung nach Kosmetik-Verordnung sind im Gegensatz zur medizinischen Zulassung keine Studien am Menschen erforderlich – solche „Menschenversuche“ vor der Zulassung von kosmetischen Produkten, deren Kauf und Anwendung jedem Menschen freisteht, werden nicht (mehr) als ethisch vertretbar angesehen. Tierversuche für Kosmetika sind in der EU seit 01.03.2013 auch nicht mehr zugelassen, für ein weltweites Verbot wird gekämpft. Kosmetika werden also meist überhaupt nicht mehr an lebenden Wesen getestet, sondern der Hersteller muss nur durch eine Sicherheitsüberprüfung und -bewertung nachweisen, dass der jeweilige Wirkstoff bei vorhergesehenem Einsatz nicht die Gesundheit der Anwender gefährdet.

Der Anwender ist als freier Bürger aufgerufen, sich über die von ihm verwendeten Produkte zu informieren, um eventuellen, auch nachträglich erforschten Risiken rechtzeitig auf die Spur zu kommen (er hat schließlich immer die Wahl, ein neues Produkt so lange im Regal stehen zu lassen, bis es sich im Rahmen seiner persönlichen Anforderungen als sicher erwiesen hat).

Die Prostaglandin-Analoga, die über die vereinfachte Prüfung als kosmetischer Inhaltsstoff auf den deutschen Markt gebracht wurden, hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte allerdings schon 2014 als Funktionsarzneimittel eingestuft, die eine Zulassung brauchen. Damit dürfen sie eigentlich erst nach Vorlage wissenschaftlicher Studien am Menschen, die Wirksamkeit und Nebenwirkungen geprüft haben, und nachfolgender eventueller medizinischer Zulassung verkauft werden.

Der Beschluss der Überwachungsbehörde ist nur noch nicht rechtskräftig, weil ein Hersteller Widerspruch eingelegt hat, deshalb dürfen die Wimpernseren bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung weiter als Kosmetika verkauft werden.

Es gibt jedoch zahlreiche Veröffentlichungen von Fachleuten aus dem augenmedizinischen Bereich und Warnungen öffentlicher Stellen, die bei Kauf und Anwendung derartiger Produkte zu größter Vorsicht und Zurückhaltung raten:

  • Verbraucherinformation des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
  • Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe
  • Informationswebseite für Verbraucher auf Initiative des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen
  • DOZ-Verlag für Optische Fachveröffentlichung GmbH

Da bei dieser Rechtslage und den damit einhergehenden Warnungen Umsatzverluste zu verzeichnen bzw. zu erwarten sind, tut sich momentan sehr viel auf dem Markt der Wimpernseren. Kurz gesagt: Die Hersteller, die ihren Kunden in der Regel natürlich nicht schaden wollen, wollen das Medikament in ihren Wimpernseren loswerden und ändern reihenweise die Rezeptur. Viele der Hersteller setzen statt Bimatoprost und anderen „-prosts“ („prost“ ist immer Bestandteil des Namens bei den Prostaglandin-Analoga) nun Black Sea Rod Oil ein, „die natürliche Alternative“, auf die einige wenige Hersteller von Anfang an gesetzt haben.

Black Sea Rod Oil als natürliche, hormonfreie Alternative?

Oben wurde dargestellt, dass Black Sea Rod Oil natürlich gewonnen werden kann, aber auch synthetisch hergestellt werden kann. Ob in einem bestimmten Wimpernserum Black Sea Rod Oil aus der Koralle oder aus dem Labor steckt, kann nur durch direkte Anfrage beim Hersteller geklärt werden.

Ob Black Sea Rod Oil als hormonfrei bezeichnet werden darf, ist zunächst einmal Wortspielerei: Black Sea Rod Oil enthält kein menschliches Hormon, weil das im menschlichen Körper hergestellt wird; wenn dem Menschen Hormone oder hormonähnliche Stoffe zugeführt werden, stammen diese logischerweise aus externen Quellen.

Allerdings enthält Black Sea Rod Oil unbestritten Prostaglandin, genug wissenschaftliche Quellen dazu wurden bereits aufgeführt. Wie bei jedem dieser Stoffe mit sehr breitem Wirkspektrum ist die spannende Frage, ob und wie dieses tierische Prostaglandin auch im Menschen physiologisch wirksam ist. Zu den Wirksamkeitsnachweisen in Puncto Wimpernwachstum kommen wir gleich; in Bezug auf alle sonstigen Wirkungen im menschlichen Körper wurde oben bereits gezeigt, dass in der Medizin bereits viele Prostaglandine und Prostaglandin-Analoga eingesetzt werden, die eine Menge sehr unterschiedliche Wirkungen auf Patienten ausüben.

Die meisten gerade angeführten „offiziellen“ oder Fach-Artikel differenzieren nicht zwischen Black Sea Rod Oil und anderen Prostaglandinderivaten.

Black Sea Rod Oil ist also weder eine natürliche Alternative ohne Hormone noch hormonfrei im Sinne des Anwenders. Dr. Philipp Buck, Facharzt für Dermatologie bei Goldbek Medical in Hamburg, ist der Meinung, dass Black Sea Rod Oil aus der karibischen Koralle beim Menschen die gleichen Wirkungen erziele wie die Prostaglandine. Es sei fraglich, ob der Begriff „natürliche Seren“ nicht die falschen Assoziationen erwecke, weil in der Naturkosmetik normalerweise Stoffe verteufelt würden, die hormonähnliche Wirkungen haben können. Er warnt, dass es auch hier keine Wirkung ohne Nebenwirkung gäbe und zählt die (teils wohl irreversiblen) Nebenwirkungen auf.

Einige negative Erfahrungen sind auch zu finden, aber Aussagen dieser Art würden z. B. vor einem Gericht auch nicht gerade als Beweis durchgehen …

Denn alles bisher Gesagte ist nicht unbedingt ein Argument dagegen, Wimpernseren mit Black Sea Rod Oil anzuwenden. Zunächst steht das nicht unbedingt im Verhältnis: Wir nehmen schließlich alle möglichen Medikamente mit schlimmeren potentiellen Nebenwirkungen, obwohl ein wenig Bewegung und Ernährungsumstellung das Problem ebenfalls erfolgreich angehen würden.

Außerdem warnen die Warner nur von potenziellen schädlichen Folgen; welcher psychische Gewinn dem Einzelnen dadurch entsteht, dass es nicht mehr mit sehr spärlichen, kurzen Wimpern herumläuft, können und dürfen die Experten nicht beurteilen. Man weiß aber inzwischen, dass psychische Aspekte wie Zufriedenheit einen großen Einfluss auf die gesamte Gesundheit haben.

Die Wimpernseren, die im Moment im Handel sind, werden absolut rechtmäßig verkauft; Nebenwirkungen betreffen nie alle, sondern immer nur einzelne Patienten – es ist Ihre ureigenste Abwägung, Sie sollten nur wissen, was Sie tun.

Wirksamkeitsnachweise

Bleibt die abschließende, nicht ganz unwichtige Frage, ob Black Sea Rod Oil im Wimpernserum überhaupt eine wimpernverlängernde Wirkung hat.

Zum Medikament Lumigan mit dem Wirkstoff Bimatoprost wurde mindestens eine Studie gemacht, die belegt, dass der Wirkstoff als Nebenwirkung das Wimpernwachstum „puscht“. Dr. Philipp Buck, Facharzt für Dermatologie bei Goldbek Medical in Hamburg, bemerkt dazu aber auch: „Die Wirkung der Wimpernseren war eine Zufallsentdeckung bei Patienten, die diesen Wirkstoff gegen den grünen Star in ihre Augen geträufelt haben. Bis heute gibt es für die Wirkweise nur Hypothesen. Diese gehen davon aus, dass der Wirkstoff das Haarwachstum anregt und damit den Haarwachstumszyklus verlängert, sodass die Haare länger werden und auch mehr Haare nebeneinander auftreten.“ (Zitat aus: frolleinherr.com/index.php/2018/09/10/wimpernserum-genial-oder-gefaehrlich/). Zu den weiteren Prostaglandin-Varianten gibt es noch weniger Wissen, unabhängige Untersuchungen/Tests dieser Stoffe sind auch meist noch nicht verfügbar, auf Herstellerseiten sind in der Regel keine Wirksamkeitsnachweise zu finden, die einer Überprüfung standhalten.

Zu Black Sea Rod Oil selbst kann es schon rein logisch keine medizinischen Studien zur Verbesserung des Wimpernwachstums geben: Der Stoff wurde früher zur Gewinnung von Prostaglandinen genutzt, die in der Geburtshilfe eingesetzt wurden (https://www.spektrum.de/lexikon/arzneipflanzen-drogen/plexaura-homomalla/11362); das ist der einzige bekannte medizinische Einsatz am Menschen, häufig wird Black Sea Rod Oil eher in der medizinischen Forschung genutzt. Falls „früher“ schon Studien durchgeführt wurden, wäre die Anwendung bei der Geburt für die Beurteilung von Veränderungen der Wimpern wohl zu kurz.

Als kosmetischer Inhaltsstoff wurde Black Sea Rod Oil mit der Funktion „hautpflegend“ angemeldet. Im Rahmen der hier stattfindenden Sicherheitsprüfung muss aber nicht nachgewiesen werden, dass oder wie gut dieser Stoff wirklich die Haut pflegt und schon gar nicht, dass er wirklich die Wimpern wachsen lässt. Der Hersteller muss nur belegen, dass die Anwendung bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht schadet (bis jetzt, wie oben erläutert wurde). Also müsste der Hersteller den Beweis einer Wirksamkeit auf das Wimpernwachstum erbringen, mehr als Behauptungen sind auf den Websites der Hersteller allerdings nicht zu finden.

Auch hier ist also Ausprobieren die einzige Devise, die Ihnen Gewissheit bringt. Was im Auge behalten werden sollte (im Zweifel mehr im übertragenen Sinn als tatsächlich):

  • Beim Auftragen entscheidet sich, wie viel des Wirkstoffs vom Körper aufgenommen kann
  • Allgemeines Medizinwissen legt nahe, dass Wimpernserum auf der Augenschleimhaut (Lidrand etc.) leichter resorbiert wird als über die Wimpernhaare
  • Eine verbindliche Einschätzung müsste allerdings bei einem Arzt erfragt werden
  • Wenn ein Wimpernserum mit Black Sea Rod Oil wirkt, beweist es damit quasi selbst, dass es eine hormonähnliche Wirkung im Körper entfaltet

Selbst und aktuell informieren

Wie auch immer Sie zu ev. hormonwirksamen Substanzen stehen, Sie brauchen sich nicht auf Werbeaussagen wie „hormonfrei“ zu verlassen. Denn die Angaben der Inhaltsstoffe sind heutzutage kein Privatvergnügen der Herstellers mehr, sondern eine unbedingte Pflicht. Auf jedem Kosmetikprodukt ist eine Art Zutatenliste abgedruckt, in der alle Bestandteile angeben werden müssen.

Das wurde in der EU aus genau dem Grund vorgeschrieben, Verbrauchern die Möglichkeit zur selbsttätigen Prüfung zu geben, welche kritischen Stoffe ihre Kosmetik enthält.

Die Kennzeichnung nach der Nomenklatur der kosmetischen Inhaltsstoffe wurde international vereinbart, die Datenbank namens INCI ist jedem Menschen zugänglich (https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Nomenklatur_f%C3%BCr_kosmetische_Inhaltsstoff). Sie schreibt vor, dass die Inhaltsstoffe nach Gewichtsanteil in abnehmender Reihenfolge aufgelistet werden. Unter einem Prozent ist keine Reihenfolge mehr vorgeschrieben; da die hormonwirksamen Substanzen in sehr viel kleineren Mengen wirken (Bimatoprost verlängerte bei täglicher Anwendung von 0,3 mg Wirkstoff pro ml die Wimpern am besten), reicht hier, wenn ein Name mit „-prost“ oder der Begriff Black Sea Rod Oil auftaucht.

Auf folgender Seite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wird erklärt, wie die Angabe der Inhaltsstoffe auf der Verpackung erfolgen muss. Auf der Grafik im unteren Bereich finden Sie alle Elemente, die auf ein Etikett gehören: https://www.bvl.bund.de/DE/03_Verbraucherprodukte/02_Verbraucher/03_Kosmetik/02_KennzeichnungKosmetik/bgs_kosmetik_kennzeichnung_node.html, Grafik kann durch Anklicken vergrößert werden.

Normalerweise kann man sich sehr gut vorher im Internet informieren, welche Inhaltsstoffe in einem Kosmetikprodukt enthalten sind. Allerdings ist die Information, bevor Sie die Verpackung mit den momentanen, wahren Inhaltsstoffen in der Hand halten, bei den Wimpernseren im Moment etwas „tricky“.

Zunächst liegt bei Tests wie dem auf https://www.wimpern-serum.net/ der Fokus auf der Information über die neuesten Kosmetikprodukte, über die auch möglichst schnell informiert werden soll. Hier finden Sie keine vollständigen Inhaltsstoffangaben und keine medizinische Einschätzung der Kosmetika, das ist nicht die Aufgabe solcher Seiten, sondern fällt in die Verantwortung des freien Bürgers. Detailliertere Testberichte wie zu dem Revitalash Wimpernserum auf https://www.wimpern-serum.net/revitalash-advanced-eyelash/ geben höchsten Anhaltspunkte dazu, mit welcher positiven Wirkung zu rechnen ist. Das ist auch völlig legitim.

Wenn Sie auf https://www.truehealth.org/die-6-besten-wimpernseren/ einen vermeintlich neuesten Testbericht zu Wimpernseren lesen, mit Angaben der Inhaltsstoffe und umfassend recherchiert – kann der dann bei der aktuellen Spannungslage auf dem Markt der Wimpernseren auch schon wieder veraltet sein. Wenn das laufende Verfahren dahingehend entschieden wird, dass die Prostaglandin-Analoga (mit oder ohne Black Sea Rod Oil, wird sich zeigen) eine Zulassung nach Medizinrecht brauchen, dürfen alle Wimpernseren mit den entsprechenden Stoffen (nach einer Abverkaufsfrist) nicht mehr verkauft werden. Wie oben bereits geschildert wurde, haben schon einige Hersteller die Rezeptur geändert, weitere dürften folgen; die Information über die Inhaltsstoffe eines Wimpernserums kann also im Moment am sichersten der einzelnen Verpackung entnommen werden.

Artikel über und Testberichte zu Wimpernseren sollten Sie trotzdem unbedingt ständig weiter verfolgen, wenn Sie am Thema interessiert sind.

Denn die Prostaglandin-Analoga können nicht nur durch Black Sea Rod Oil ersetzt werden. Es gibt Wimpernpflegeserien ohne jedes Prostaglandin (-derivat), die die Wimpern mit natürlichen, ebenfalls als wachstumsfördernd bekannten Inhaltsstoffen wie Birkensaft, Hamamelis, Rizinusöl, Sojalezithin und haar- und hautpflegenden Wirkstoffe wie Biotin, Ceramid, Hyaluronsäure in besten Schwung bringen. Und es gibt neue Entdeckungen, der nächste heiße Hit in Sachen „Förderung des Haarwachstums“ hört auf den Namen Thiocyanat.

Außerdem sollten Sie sich auch in Zukunft weiter dahingehend informieren, wie Black Sea Rod Oil von der Wissenschaft eingestuft wird (die einen solchen eher mild und umfassend wirkenden, aus natürlichen Quellen zu gewinnenden Stoff sicher nicht von der Angel lassen wird). Öffentliche Stellen und Ärzte sind gerade bei (nicht unbedingt lebensnotwendigen) Kosmetika besonders vorsichtig, irgendwann werden bombensicher rückverfolgbare Erfahrungsberichte zur Verfügung stehen. Vielleicht taucht ja Black Sea Rod Oil irgendwann als Urnahrung irgendeiner alten Volksgemeinschaft auf, die schon immer Algen und Weichkorallen verzehrt hat und für ihre ausdrucksstark bewimperten Augen berühmt war …

Wenn Sie Wimpernseren anwenden möchten, wird Sie kein seriös geschriebener Artikel daran hindern wollen. Er wird Sie allerdings nachdrücklich darauf aufmerksam machen, dass auch bei Black Sea Rod Oil eine sorgfältige Betrachtung und aufmerksame Anwendung ratsam ist und dass alle Menschen, deren Stoffwechsel nicht völlig gesund und rund läuft, vor der Anwendung eventuell einen Arzt zu Rate ziehen sollten.